Kleť und Josefsturm: Der große Aussichtsgipfel über Krumau

Kleť und Josefsturm: Der große Aussichtsgipfel über Krumau

Eine abwechslungsreiche Bergwanderung zur ältesten steinernen Aussichtswarte Böhmens – mit weiter Sicht über den Böhmerwald, Berghütte und echtem Gipfelgefühl.

  • Umkreis: 25-35 km
  • Entfernung (km): 27 km
  • Gesamtdauer inkl. Anreise: 5–8 Stunden
  • ★★★★★
  • Frühling, Sommer, Herbst
  • Tschechien
  • Ausflug
  • Hunde erlaubt

Ein Gipfel, der den ganzen Ausflug trägt

Wenn Sie rund um Český Krumlov einen echten Bergtag erleben möchten, führt kaum ein Weg an der Kleť vorbei. Mit 1.084 Metern ist sie der höchste Gipfel des Blanský les, des Blansker Waldes. Oben warten die historische Josefswarte, eine Berghütte mit Restaurant und bei klarer Luft ein Panorama, das weit über den Böhmerwald hinausreicht. Für uns gehört dieser Ausflug zu den schönsten rund um Lipno und Krumau.

Die Kleť ist kein dramatischer Hochgebirgsgipfel. Gerade das macht sie für Familien mit wandererfahrenen Kindern und für eine Gruppe von Freunden so attraktiv. Der Aufstieg verläuft durch dichten Wald, ist technisch unkompliziert und dennoch lang genug, damit Sie sich die Aussicht wirklich erarbeiten. Oben fühlt es sich nicht wie ein kurzer Aussichtspunkt an, sondern wie ein richtiges Gipfelziel.

Start in Krasetín

Für Gäste aus Richtung Lipno ist Krasetín bei Holubov ein praktischer Ausgangspunkt. Parken können Sie im Bereich der Talstation der Sesselbahn. Von dort führen markierte Wanderwege bergauf. Je nach gewählter Variante sind es ungefähr dreieinhalb bis fünf Kilometer bis zum Gipfel, dabei überwinden Sie rund 400 Höhenmeter. Der Weg steigt über längere Abschnitte stetig an; eine gute Grundkondition ist wichtiger als alpine Erfahrung.

Planen Sie für den Aufstieg mit Kindern etwa eineinhalb bis zwei Stunden ein, mit Pausen auch länger. Auf dem Rückweg können Sie denselben Weg nehmen oder eine kleine Runde wählen. Insgesamt ergibt sich einschließlich Fahrt vom Ferienhaus, Gipfelpause und Aussichtsturm ein Ausflug von etwa fünf bis acht Stunden. Starten Sie lieber am Vormittag, damit Sie oben nicht auf die Uhr schauen müssen.

Durch den Wald nach oben

Der Weg führt überwiegend durch Misch- und Bergwald. An warmen Sommertagen ist der Schatten angenehm, im Frühling riecht es nach feuchter Erde und im Herbst leuchtet das Laub zwischen dunklen Fichten. Große Sensationen gibt es unterwegs nicht an jeder Kurve – der Reiz liegt im gleichmäßigen Wandern, im Wechsel der Waldstimmung und in der Vorfreude auf den Gipfel.

Mit Kindern funktionieren kurze Etappen gut. Vereinbaren Sie den nächsten markanten Felsen oder Wegweiser als Zwischenziel und lassen Sie genug Zeit für Trinkpausen. Ab etwa acht Jahren ist die Tour für aktive Kinder gut machbar. Für jüngere Kinder kann der lange Anstieg anstrengend werden, besonders wenn sie wenig Wandererfahrung haben. Ein Kinderwagen ist auf den steinigen und wurzeligen Abschnitten nicht geeignet.

Josefsturm: Aussicht mit Geschichte

Direkt auf dem Gipfel steht der rund 20 Meter hohe Josefsturm. Er wurde 1825 errichtet und gilt als älteste steinerne Aussichtswarte Böhmens. Schon die massiven Mauern und die schmale Treppe vermitteln, dass dieser Turm nicht für den modernen Tourismus gebaut wurde. Der Aufstieg ist kurz, aber mit Gegenverkehr und kleineren Kindern sollten Sie langsam gehen.

Oben öffnet sich der Blick über den Blansker Wald, Český Krumlov, das Budweiser Becken und die Höhenzüge des Böhmerwaldes. Bei außergewöhnlich klarer Sicht können sogar die Alpen am Horizont erscheinen. Das lässt sich nicht planen; gerade deshalb lohnt sich vor der Abfahrt ein Blick auf Wetter und Fernsicht. Selbst ohne Alpen ist das Panorama eindrucksvoll, weil Sie die bewaldete Landschaft Südböhmens aus einer völlig anderen Perspektive erleben.

Die Aussichtsterrasse ist windiger und kühler als der Wald darunter. Eine dünne Jacke gehört deshalb auch an warmen Tagen in den Rucksack. Halten Sie kleinere Kinder an der Treppe und auf dem Umgang gut im Blick.

Berghütte und Gipfelpause

Neben dem Turm steht die historische Berghütte mit Restaurant. Nach dem Aufstieg sind warme Suppe, ein tschechisches Gericht oder ein Getränk auf der Terrasse besonders willkommen. Im Sommer ist die Gastronomie gewöhnlich täglich geöffnet; außerhalb der Hauptsaison ändern sich die Zeiten. Die offizielle Website veröffentlicht den aktuellen Betrieb und akzeptiert nach eigenen Angaben auch Kartenzahlung.

Verlassen Sie sich bei einer längeren Wanderung trotzdem nicht ausschließlich auf die Hütte. Nehmen Sie ausreichend Wasser, einen Snack und etwas Süßes für die Kinder mit. An gut besuchten Wochenenden kann es voll werden, und bei schlechtem Wetter oder außerhalb der Saison kann das Angebot eingeschränkt sein. Toiletten gibt es im Bereich der Hütte für Gäste.

Öffnungszeiten des Turms

Der Josefsturm ist nach aktuellem Stand rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche zugänglich. Am Eingang stehen ein Kassenautomat und ein Drehkreuz; bezahlen können Sie mit Münzen, Banknoten bis 500 Kč oder Karte. Diese moderne Lösung macht den Gipfel unabhängig von den Restaurantzeiten erreichbar. Prüfen Sie vor dem Ausflug trotzdem die offizielle Seite, falls Wartung oder extreme Witterung zu Einschränkungen führen.

Hund, Ausrüstung und Wetter

Hunde können auf die Wanderung mitkommen. Im Wald und in der Nähe anderer Wanderer sollten sie an der Leine bleiben. Denken Sie an Wasser und einen faltbaren Napf; der Gipfel bietet keine verlässliche natürliche Wasserstelle. Ob ein Hund mit auf den engen Turm sollte, hängt von Größe, Ruhe und Erfahrung ab. Viele Hunde warten entspannter mit einer Person bei der Hütte.

Feste Schuhe mit gutem Profil sind wichtig. Nach Regen können Wurzeln und Steine rutschig sein. In den Rucksack gehören Wasser, Proviant, Regenjacke, eine wärmende Schicht und im Sommer Sonnenschutz für den Gipfelbereich. Wanderstöcke entlasten beim Abstieg, sind aber nicht zwingend nötig.

Bei Gewitter, starkem Wind oder dichtem Nebel würden wir die Tour verschieben. Der Aussichtsturm ist dann nicht nur wenig lohnend, sondern ein exponierter Ort. Frühling bis Herbst sind die besten Jahreszeiten. Im Winter können Schnee und Eis aus einer Familienwanderung eine anspruchsvollere Tour machen; diese Bedingungen gehören nicht zum hier beschriebenen Ausflug.

Anfahrt und Parken

Vom Ferienhaus sind es etwa 27 Kilometer bis zum Ausgangspunkt im Raum Krasetín. Folgen Sie der Beschilderung zur Sesselbahn Krasetín–Kleť und nutzen Sie den dortigen Parkplatz. An sonnigen Sommerwochenenden lohnt sich eine frühe Ankunft, weil die Kleť auch bei Einheimischen beliebt ist. Lassen Sie keine Wertsachen sichtbar im Auto.

Wer Kräfte sparen möchte, kann für eine Richtung die Sesselbahn nutzen. Da die Bahn selbst ein eigener Ausflugstipp ist und der Fahrplan saisonal wechselt, sollten Sie ihn separat prüfen. Für das volle Wandererlebnis empfehlen wir jedoch mindestens eine Strecke zu Fuß.

Unser Fazit

Die Kleť verbindet genau das, was einen gelungenen Bergtag ausmacht: einen spürbaren Aufstieg, schattigen Wald, eine echte Gipfelhütte und am Ende eine historische Aussichtswarte mit weitem Blick. Diesen Ort würden wir aktiven Urlaubern ohne Zögern empfehlen.

Für zwei Familien mit wanderfreudigen Kindern ist die Tour ein gemeinsames Abenteuer, bei dem jeder oben stolz sein darf. Eine Freundesgruppe bekommt genug Strecke für gute Gespräche und anschließend eine Terrasse, auf der sich der Tag entspannt ausklingen lässt. Wenn die Wettervorhersage klare Sicht verspricht, sollte die Kleť ganz oben auf Ihrer Liste stehen.

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