Die Radtour von Černá v Pošumaví nach Frymburk ist deutlich abwechslungsreicher als eine reine Uferfahrt. Ihr folgt der Radroute 33 durch kleine Dörfer, Wälder und offene Wiesenlandschaft, nähert euch zwischendurch immer wieder dem Lipno und erreicht schließlich den markanten Ort Frymburk mit seiner Kirche, der Seepromenade und dem Fähranleger.
Von Ortsmitte zu Ortsmitte sind es auf der ausgeschilderten Route ungefähr 17 bis 18 Kilometer pro Richtung. Für Hin- und Rückfahrt solltet ihr daher mit rund 35 Kilometern rechnen. Mit Kindern, Pausen und einem längeren Aufenthalt in Frymburk wird daraus ein Ausflug von vier bis sieben Stunden. Die Tour eignet sich gut für Familien mit bereits geübten Kindern ab etwa acht Jahren und für Freundesgruppen, die einen aktiven Urlaubstag ohne extreme Steigungen suchen.
Die Route: nicht einfach der Hauptstraße folgen
Der wichtigste Hinweis gleich zu Beginn: Fahrt nicht auf der direkten Autostraße 163 nach Frymburk, sondern bleibt auf der markierten Radroute 33. Sie führt von Černá v Pošumaví zunächst Richtung Slavkovice und Muckov, anschließend über Milná und Kovářov beziehungsweise Vřesná bis nach Frymburk. Eine aktuelle Offline-Karte auf dem Handy ist hilfreich, denn an kleinen Abzweigungen übersieht man ein Schild schnell, wenn die Gruppe gerade miteinander spricht.
Der Charakter der Strecke wechselt mehrmals. Viele Abschnitte sind asphaltiert, dazwischen gibt es jedoch auch befestigte Schotter- und einfache Naturwege. Rund um den Großen Ziegenteich und zwischen Liščí vrch und Milná müsst ihr mit kurzen unbefestigten Passagen rechnen. Nach längerem Regen können sie weich oder stellenweise schlammig sein. Ein Trekkingrad, Mountainbike, Gravelbike oder E-Bike ist deshalb die bessere Wahl als ein schmales Rennrad.
Die Route ist insgesamt nicht bergig, aber sie wellt sich durch die Landschaft. Mehrere kleine Anstiege summieren sich, und auf dem Rückweg spürt man sie stärker als am Vormittag. Kinder sollten 30 bis 35 Kilometer bereits kennen und ihr Rad sicher beherrschen. Wer noch unsicher ist, dreht lieber in Milná um oder plant eine kürzere Variante.
Unterwegs durch das ruhigere Lipno-Hinterland
Der Reiz dieser Tour liegt nicht in einer einzigen großen Sehenswürdigkeit. Schön ist vielmehr der Wechsel aus Wald, Wiesen und kleinen Siedlungen. Hinter Černá wird es schnell ruhiger, Vogelstimmen ersetzen den Verkehrslärm und zwischen den Bäumen öffnen sich immer wieder Blicke über die Hügellandschaft des Böhmerwaldes.
Milná eignet sich gut für die erste richtige Pause. Der kleine Ort liegt ungefähr in der Mitte der Strecke und vermittelt ein ganz anderes Bild vom Lipno als die großen Ferienzentren. In der Umgebung hat die Glasverarbeitung Tradition; je nach aktuellem Betrieb und Öffnung kann man hier regionale Handwerksangebote entdecken. Plant dies aber nur nach vorheriger Prüfung als festen Programmpunkt ein.
Je näher ihr Frymburk kommt, desto häufiger zeigt sich wieder der See. Der Kirchturm von St. Bartholomäus ist schon von weitem eine gute Orientierung. Das letzte Stück bis zum Zentrum fühlt sich wie eine kleine Belohnung an: Nach Wald- und Feldwegen erreicht ihr plötzlich einen lebendigen Urlaubsort mit Restaurants, Cafés, Promenade und Blick auf das Wasser.
Was ihr in Frymburk unternehmen könnt
Frymburk liegt auf einer Halbinsel, weshalb der Lipno an mehreren Seiten präsent ist. Fahrt zunächst zum historischen Platz mit der Kirche St. Bartholomäus und anschließend hinunter zum Ufer. Dort könnt ihr die Räder abstellen, etwas essen oder einfach eine Weile auf den See schauen. Im Sommer bietet sich der Strand für eine Badepause an; Badesachen und ein kleines Handtuch wiegen wenig und machen Kindern die lange Rückfahrt deutlich schmackhafter.
Am Fähranleger lässt sich das Kommen und Gehen der Fähre nach Frýdava beobachten. Für diese Tour braucht ihr sie nicht, doch sie zeigt, wie eng Radverkehr und Schifffahrt rund um den Lipno miteinander verbunden sind. Wer die Strecke später zu einer größeren Rundfahrt ausbauen möchte, kann von hier auf das rechte Ufer wechseln – für den beschriebenen Familienausflug bleibt ihr jedoch besser bei der übersichtlichen Hin-und-zurück-Variante.
Frymburk bietet mehr Einkehrmöglichkeiten als die kleinen Orte unterwegs. Trotzdem lohnt es sich in der Hochsaison, nicht erst mit völlig hungrigen Kindern nach einem Tisch zu suchen. Wir machen zuerst eine kurze Trinkpause, entscheiden dann gemeinsam zwischen Restaurant, Café oder schnellerem Imbiss und lassen vor der Rückfahrt noch etwas Zeit zum Ausruhen.
Verpflegung, Toiletten und Ausrüstung
Nehmt genügend Wasser für die erste Strecke mit. Saisonale Betriebe unterwegs können geschlossen sein, während ihr in Frymburk Getränke und Essen zuverlässig bekommt. Für Kinder gehört ein kleiner Energiesnack griffbereit in die Tasche, nicht ganz unten in den Rucksack. An warmen Tagen sind Sonnencreme und Kopfbedeckung wichtig; in den Waldpassagen kann dagegen eine dünne Jacke angenehm sein.
Toiletten findet ihr am zuverlässigsten in gastronomischen Betrieben und im touristischen Bereich von Frymburk. Vor dem Start sollte deshalb jeder noch einmal zur Toilette gehen. Ein Reparaturset, Ersatzschlauch, Pumpe und einfaches Multitool gehören bei 35 Kilometern ebenfalls dazu. Auf den Naturwegen ist ein platter Reifen wahrscheinlicher als auf einer durchgehend glatten Promenade.
Mit Anhänger, Kinderwagen oder Hund?
Ein robuster Fahrradanhänger kann die Strecke bewältigen, aber wir würden sie nicht als uneingeschränkt anhängertaugliche Komforttour bezeichnen. Schotter, einzelne Naturpassagen und Anstiege verlangen mehr Kraft, und nach Regen wird es ungemütlich. Ein normaler Kinderwagen ist für die gesamte Route nicht sinnvoll; für einen kurzen Spaziergang auf den befestigten Abschnitten natürlich schon.
Hunde können mitkommen, wenn sie konditionell an längere Radtouren gewöhnt sind oder in einem geeigneten Anhänger transportiert werden. Auf gemeinsamen Wegen, in den Dörfern und bei Begegnungen mit anderen Radfahrern gehört der Hund an eine kontrollierbare Leine. Denkt auch an Wasser und eine eigene Pause im Schatten. 35 Kilometer neben dem Fahrrad sind für viele Hunde zu viel, selbst wenn sie zu Beginn begeistert loslaufen.
Sicherheit und die beste Tageszeit
Helme sind auf dieser Tour selbstverständlich. Fahrt mit Kindern in einer klaren Reihenfolge: ein Erwachsener vorne, Kinder in der Mitte, ein weiterer Erwachsener hinten. Vor Kreuzungen wartet ihr, bis die Gruppe wieder zusammen ist. Auf kurzen Straßenabschnitten und in den Ortschaften müsst ihr mit Autos rechnen; auf Naturwegen dagegen eher mit losem Kies, Pfützen oder entgegenkommenden Radlern.
Im Sommer starten wir gern am Vormittag, bevor es heiß und die Gastronomie in Frymburk voll wird. Im späten Frühling und frühen Herbst ist die Strecke oft ruhiger, allerdings werden Waldwege nach Regen langsamer trocken. Bei anhaltendem Niederschlag oder Gewittergefahr verschiebt ihr die Tour besser. Durch die Länge und den gemischten Untergrund ist sie kein sinnvoller Regentagsausflug.
Rückweg und mögliche Abkürzungen
Der Rückweg folgt derselben Route 33. Das ist für Familien am übersichtlichsten, und in Gegenrichtung wirkt die Landschaft überraschend anders. Plant eure Kräfte so, dass die Pause in Frymburk nicht zum gefühlten Ende der Tour wird: Die Hälfte der Kilometer liegt noch vor euch.
Wenn ein Kind müde wird oder ein Rad ein größeres Problem hat, ist die direkte Rückfahrt nicht so einfach wie auf einer Route entlang der Bahn. Prüft vorab aktuelle Möglichkeiten von Fahrradbus, Taxi oder Abholung, wenn ihr mit weniger geübten Fahrern unterwegs seid. Verlasst euch nicht spontan darauf, dass jedes Verkehrsmittel mehrere Räder mitnehmen kann.
Unsere Empfehlung
Diese Tour empfehlen wir Familien, die bereits einige gemeinsame Radausflüge gemacht haben. Sie ist länger und etwas rauer als die Strecke nach Horní Planá, dafür erlebt ihr mehr Abwechslung und das ruhige Hinterland zwischen Černá und Frymburk. Der Zielort bietet genau die richtige Mischung aus Essen, See, Strand und einem hübschen historischen Mittelpunkt.
Wenn ihr früh startet, das Tempo der langsamsten Person überlasst und in Frymburk eine echte Pause macht, wird daraus ein sehr runder Urlaubstag. Es geht nicht darum, möglichst schnell 35 Kilometer abzuhaken. Die Stärke dieser Radtour am Lipno liegt darin, dass ihr unterwegs Landschaft erlebt und am Ziel genug Zeit habt, gemeinsam am Wasser anzukommen.