Neureichenau mit Kindern: Waldwege, Stausee und Spielplatz

Neureichenau mit Kindern: Waldwege, Stausee und Spielplatz

Ein flexibler Familientag am Stausee Riedelsbach mit Sinnesweg, Waldstationen und großem Spielplatz in Lackenhäuser.

  • Umkreis: 35-50 km
  • Entfernung (km): 36 km
  • Gesamtdauer inkl. Anreise: 6–9 Stunden
  • ★★★
  • Frühling, Sommer, Herbst, Winter
  • Deutschland
  • Ausflug
  • Hunde erlaubt

Neureichenau mit Kindern: Wald, Wasser und kleine Abenteuer

Neureichenau ist weniger eine einzelne Sehenswürdigkeit als ein ruhiges Familienrevier am Fuß des Dreisessels. Zwischen kleinen Ortsteilen, Wäldern und Wiesen finden Sie kurze Wege, die Kinder nicht mit endlosen Kilometern überfordern, zugleich aber genug Stationen zum Fühlen, Hören und Spielen bieten. Genau deshalb eignet sich die Gemeinde gut für einen Tagesausflug von Lipno: Sie müssen kein spektakuläres Ziel „abhaken“, sondern können den Tag dem Alter und der Energie Ihrer Gruppe anpassen.

Unser Vorschlag verbindet den Stausee Riedelsbach mit dem Sinnesstreifzug, dem Waldstreifzug und dem Spielplatz in Lackenhäuser. Zwei Familien können gemeinsam starten und unterwegs flexibel entscheiden, wie weit sie gehen. Kleine Kinder bekommen Wasser und Spielstationen, ältere Kinder dürfen Rätsel lösen und den Wald genauer untersuchen, während Erwachsene die stille Landschaft des Bayerischen Waldes genießen.

Start am Stausee Riedelsbach

Der kleine Stausee liegt ruhig zwischen Wald und Wiesen und ist ein unkomplizierter Beginn. Direkt am See gibt es einen Parkplatz; der Rundweg um das Wasser misst nur etwa 800 Meter. Er passt damit auch zu Familien, die nach der Anfahrt erst einmal ankommen möchten. Bei schönem Wetter spiegeln sich Bäume und Himmel im Wasser, und auf der Liegewiese finden Sie Platz für eine erste Pause.

Im Sommer wird der See zum Baden genutzt. Eine große Liegewiese und ein Grillplatz stehen zur Verfügung, Umkleiden und Toiletten sind frei zugänglich. Besonders beliebt ist das schwimmende Floß. Kinder dürfen trotzdem nie unbeaufsichtigt ans Wasser: Es handelt sich um einen Natursee, nicht um ein durchgehend überwachtes Erlebnisbad. Badeschuhe sind angenehm, ein Handtuch und trockene Kleidung gehören ins Auto.

Wenn Sie nur einen sehr kurzen Ausflug möchten, genügt bereits die Runde um den See mit Picknick und Baden. Im Winter wird der Weg laut Gemeinde gewalzt, doch Eisflächen sollten nur betreten werden, wenn sie offiziell freigegeben sind. Für unseren ausführlicheren Familientag beginnt hier der nächste Abschnitt.

Sinnesstreifzug: Wandern ohne Kilometerfragen

Vom Stausee führt der 3,4 Kilometer lange Sinnesstreifzug bis zum Campingpark Lackenhäuser. Acht Stationen regen zum Sehen, Hören, Riechen und Fühlen an. Das klingt pädagogisch, funktioniert in der Praxis aber vor allem deshalb gut, weil nach kurzer Zeit wieder etwas passiert. Kinder lauschen in den Wald, vergleichen Oberflächen oder entdecken Düfte, statt ständig zu fragen, wie weit es noch ist.

Der Weg ist kein schneller Spaziergang. Wenn jede Station ausprobiert und zwischendurch am Bach oder Waldrand gespielt wird, brauchen Sie deutlich länger als für 3,4 normale Kilometer. Rechnen Sie mit eineinhalb bis zwei Stunden. Eine kleine Brotzeit und Trinkflaschen sind sinnvoll, obwohl am Ziel eine Einkehrmöglichkeit besteht.

Beachten Sie, dass der Sinnesstreifzug kein Rundweg zurück zum Auto ist. Für zwei Familien bietet sich eine praktische Lösung an: Stellen Sie vor Beginn ein Auto in Lackenhäuser ab oder teilen Sie die Gruppe am Ende. Wer mehr gehen möchte, läuft zurück; mit müden Kindern fährt ein Elternteil zum Ausgangspunkt und holt das zweite Auto. Prüfen Sie vorab aktuelle Wegzustände und Parkregeln.

Waldstreifzug mit Rudi Ratlos

Am Campingpark Lackenhäuser schließt der Waldstreifzug an. Zehn Themenstationen begleiten Kinder mit „Rudi Ratlos“, einer schlauen Waldohreule. Es geht um Tiere, Pflanzen und die Frage, wie Wald nachhaltig genutzt wird. Der Pfad ist durchgehend geöffnet und frei zugänglich. Gerade Grundschulkinder haben Freude daran, Informationen nicht nur zu lesen, sondern als kleine Aufgaben zu lösen.

Der Wald bleibt dabei die eigentliche Attraktion. Im Sommer ist es unter den Bäumen angenehm kühl, an Wasserstellen können Kinder lange beschäftigt sein. Nehmen Sie Wechselstrümpfe oder leichte Ersatzschuhe mit, wenn Ihre Kinder jede Pfütze persönlich prüfen müssen. Nach Regen können Wurzeln und Naturboden rutschig werden. Für einen robusten Kinderwagen sind einzelne Abschnitte machbar, die gesamte Kombination ist jedoch nicht überall komfortabel. Mit Babytrage bleiben Sie flexibler.

Hunde dürfen auf viele Wege mit, sollten aber an der Leine bleiben. Wildtiere, andere Familien und spielende Kinder sind gute Gründe, auch einen gut erzogenen Hund nicht frei durch den Wald laufen zu lassen. Wasser und Napf müssen Sie selbst mitnehmen.

Spielplatz und Pause in Lackenhäuser

Der Waldspielplatz am KNAUS Campingpark ist auch für Gäste zugänglich, die dort nicht übernachten. Neben klassischen Geräten gibt es Schaukeln, eine Tarzan-Seilbahn und einen Kinderbauernhof. Der Grenzbach zwischen Bayern und Österreich durchquert den Bereich und wird an warmen Tagen schnell zum wichtigsten Spielgerät. Ein kleiner See zum Angeln sowie Grill- und Lagerfeuerplatz ergänzen das Gelände.

Erklären Sie Kindern, dass der Campingplatz ein Aufenthaltsort anderer Gäste ist und keine frei nutzbare Abenteuerzone in jedem Winkel. Für bestimmte Angebote, Grillstellen oder Anlagen können Regeln beziehungsweise Gebühren gelten; fragen Sie an der Rezeption nach. Im Parkrestaurant lässt sich einkehren, aktuelle Öffnungszeiten sollten Sie vorab kontrollieren. Außerhalb der Saison ist ein eigenes Picknick verlässlicher.

Für eine Gruppe von acht Personen ist der Platz praktisch, weil sich Interessen teilen dürfen: Ein Teil ruht sich im Restaurant oder am Rand des Spielplatzes aus, während andere noch eine Waldrunde anhängen. Vereinbaren Sie einen festen Treffpunkt und lassen Sie kleinere Kinder am Bach nicht unbeaufsichtigt.

Alternative: Adalbert-Stifter-Weg

Wenn Sie einen Kinderwagen, Laufräder oder Fahrräder dabeihaben, ist der Adalbert-Stifter-Geh- und Radweg die einfachere Alternative. Die ehemalige Bahntrasse verläuft über 26,6 Kilometer von Waldkirchen über Neureichenau nach Haidmühle, hat nur geringe Steigungen und ist abgesehen von wenigen Kreuzungen autofrei. Natürlich müssen Sie nicht die gesamte Strecke fahren.

Als Ausgangspunkte eignen sich der Parkplatz am Sonnwendberg in Neureichenau oder das Freizeitzentrum Altreichenau. Wählen Sie eine passende Entfernung, fahren oder gehen Sie denselben Weg zurück und behalten Sie die Kräfte der Kinder im Blick. Der nahezu ebene Verlauf wirkt leicht, doch Gegenwind und die Rückfahrt werden gern unterschätzt. Einen eigenen ausführlichen Radausflug auf dieser Strecke stellen wir separat vor.

Praktische Planung für den ganzen Tag

Von Lipno fahren Sie rund 36 Kilometer nach Neureichenau; je nach Grenzroute und Verkehr sollten Sie genügend Zeit einplanen. Personalausweise gehören für alle Mitreisenden ins Auto. Parken können Sie am Stausee Riedelsbach oder an den jeweils ausgewiesenen Ausgangspunkten. Laden Sie eine Karte vorher offline, denn die einzelnen Ziele liegen nicht alle im Ortszentrum.

Der Ausflug kostet grundsätzlich wenig: Wanderwege, See und viele Spielbereiche sind frei zugänglich. Geld benötigen Sie für Einkehr, mögliche Zusatzangebote und natürlich ein Eis. Toiletten gibt es am Stausee und im Bereich des Campingparks; saisonale Verfügbarkeit sollten Sie besonders im Winter prüfen.

Im Sommer ist die Kombination aus Wandern und Baden am attraktivsten. Frühling und Herbst eignen sich für Sinnes- und Waldstreifzug, solange die Wege trocken sind. Im Winter können See-Runde und Bahntrasse für einen kurzen Spaziergang funktionieren, dann sind jedoch Tageslicht, Räumung und Wetter entscheidend. Bei Dauerregen würden wir ein anderes Ziel wählen; kurze Schauer hält der Wald ab, nasse Kleidung und schlammige Wege machen den Tag mit kleinen Kindern aber schnell anstrengend.

Unser Fazit

Neureichenau ist kein Ort für große Inszenierung. Gerade darin liegt seine Stärke. Am Stausee, auf den Sinneswegen und im Waldspielplatz erleben Kinder die Natur mit Händen und Füßen, während Erwachsene nicht ständig Eintrittszeiten oder Programmpunkte koordinieren müssen. Der Tag lässt sich nach zwei Stunden beenden oder problemlos bis zum späten Nachmittag verlängern.

Wir empfehlen die Kombination besonders Familien, die gern draußen sind, aber noch keine lange Bergwanderung planen. Packen Sie Picknick, Wechselkleidung und eine Offline-Karte ein, organisieren Sie bei Bedarf zwei Autos zwischen Riedelsbach und Lackenhäuser – und lassen Sie an den Stationen genug Zeit. In Neureichenau ist nicht das schnelle Erreichen des Ziels wichtig, sondern alles, was Kinder unterwegs entdecken.

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